Ballonfahrer Jean und Flieger-Horst


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Das folgende Gedicht wurde uns freundlicherweise von Karsten Hohage zur Verfügung gestellt.
Per CLICK können Sie es sich auch von ihm höchstselbst vortragen lassen...

Ballon-Fahrer Jean und Flieger-Horst
(zu lesen in: französischem Accent und Volksempfängerdoitsch)

Es fuhr ganz nach ruhiger leis' schwebénder Facon
den Himmel entlang der Ballon-Fahrer Jean.
Und der Himmel ist bleu,
und der Jean, mon dieu,
der zündet sich eine Gauloise an.

Doch plötzlich, da bläst's ihm das Streichholz aus,
im Himmel ist Lärm und Hektik, oh Graus.
Es rattert und knattert, es brummt umher.
Es ist Flieger-Horst – mit Maschinengewehr.

Das ist nun wirklich ein starker Affront,
denkt sich ganz im stillen Ballon-Fahrer Jean.
Doch der Himmel ist bleu,
und der Jean, mon dieu,
der zündet sich doch die Gauloise an.

Der Horst hat inzwischen 'nen Looping gedreht,
und jetzt rast er dorthin, wo der Jean gleichsam steht.
Und er lacht, weil's gleich kracht, so sieht es aus.
Dem Franzos, dem Franzos macht er jetzt den Garaus.

Und so himmlert der Horst den Himmel entlang.
Dem Volke am Boden dem wird schon ganz bang.
Der Flieger krächzt und der Propeller dröhnt.
Der Froschfresser wird jetzt des Fliegens entwöhnt.

Im Ballon zückt der Jean erstmal 'nen Flacon
und degustiert ein Schlückchen aus Roussillon.
Denn der Himmel ist bleu,
und der Jean, mon dieu,
zeigt sich nonchalant ob der Situation.

Immer schneller himmlert der Horst heran.
Der Erbfeind, der Erbfeind, der ist jetzt dran.
So kommt er auf den Ballon zu gedüst
und…sieht wie der Erbfeind ihn freundlich grüßt.

Na, warte, Du schmier'ger Franzosen-Galant,
Du heißt bestimmt Claude oder Pierre oder Jean.
Dir zeig ich's, Dir wird dein Gruß noch vergeh'n.
Dich hol' ich vom Himmel, das wirst Du bald seh'n.

Doch zuerst brauchst Du Franzose mal Angst.
Mal seh'n, ob Du Dich dann noch weiter betankst.
Flink wirbelt der Horst an dem Ballon vorbei,
streift's absichtlich leicht das rötliche Ei.

Im Ballon ist der Jean von der Grande Nation
ob des Fliegers Kunst voller Faszination.
Und der Himmel ist bleu,
und der Jean, mon dieu,
ruft "Encore" in geschmeidigem Bariton.

Der Horst, der blickt im Triumphe zurück.
Und sieht 'nen Franzosen strahlend vor Glück.
Das hält seine deutsche Seele kaum aus.
Der Franzose muss jetzt zu den Ahnen nachhaus.

Zum letzten Angriff wird Horst übergeh'n.
Das wird der Erbfeind nicht übersteh'n.
Es brummt der Propeller, es brodelt die Brust.
Den Flieger packt urdeutsche Kampfeslust.

Eng am Boden fliegt Horst nun entlang.
Soll der Jean noch mal sehen, was Horst alles kann.
Weit holt er aus in schneidigem Schwung
Und…fliegt dabei durch 'nen Stapel Dung.

Der Flieger bleibt stecken.
Der Horst fliegt hinaus.
Dann bleibt auch Horst stecken.
In einem Haus.

Wer weiter fährt in ganz ruhiger Facon
den Himmel entlang ist Ballon-Fahrer Jean.
Denn der Himmel ist bleu,
und der Jean, mon dieu,
hält den Horst nicht mehr für très intelligent.

Et maintenant taucht aus dem Korb des Ballon
plötzlich auf der Kopf von Horsts Frau Marion.
Und ihre Augen sind bleu,
et Marion, mon dieu,
weiß genau wie es kam, zu der Liaison.


Karsten Hohage, Heidelberg
grohacke